
ein Bericht von Herrn Alexander Steckermeier Lehrer und Schuldirektor der 3. Grundschulklasse aus Pauluszell anläßlich der Waldjugendspiele 2008 in Landshut – Im Klosterholz
Mitte Juni war es wieder so weit: Waldjugendspiele im Klosterholz bei Altdorf/Ergolding. Das bedeutet für die Schüler der 3. Klasse Pauluszell Unterricht vor Ort, draußen in der Natur, ohne Schulbänke, feste Sitzordnung und, und, und. Das ist Lernen der besonderen Qualität. Schon die Anfahrt zeigte den Enthusiasmus der Kinder, weil sie bereits im Bus fröhlich sangen.
Nach der Ankunft und der Zuteilung des Waldpaten, Bernd Söllner, und seinem Hund Jacko erhielten alle Schüler/innen ein Käppi gegen die Sonne, die endlich einmal wieder ihre Kraft zeigte.
Während des Rundgangs gab uns unser Pate die wichtigen Informationen, die später dann immer wieder abgeprüft wurden. Er zeigte uns u. a. die Unterschiede der Blätter, Nadeln oder Zapfen und wir vermochten anhand dieser Kenntnisse die Bäume zu bestimmen. Einiges kannten wir schon aus dem Unterricht, aber interessanter war es natürlich, wenn man es vom Fachmann erklärt bekommt. An einer ersten Station mussten wir Holzscheiben den Bäumen zuordnen. Wir mussten dazu neben dem Anschauen auch noch Geruchs- und Tastsinn einsetzen. Das waren ganz neue Erfahrungen.
Eine erste Fragerunde erledigten wir ganz ordentlich, schließlich hatten wir ja die ganze Zeit aufmerksam zugehört. Danach kam körperliche Arbeit: dazu mussten wie einen Holzstapel um ca. 20 Meter versetzen und neu aufstapeln. Die Zeit wurde gestoppt. Eine schweißtreibende Arbeit, die nachträglich gesehen, unsere schlechteste Leistung war.
Während der Führung mussten wir auch aufmerksam die Umgebung beobachten, es hingen nämlich einige Schilder an Bäumen, die uns Tiere zeigten. Keiner wusste, wo sie angebracht waren. Wir fanden aber alle und konnten auch die Namen aller richtig nennen, sogar den des Holzbocks. Auch die Bäume, an denen sie hingen, sagten wir richtig. Das brachte uns wichtige Punkte.
Daneben informierte uns Bernd immer wieder über die Besonderheiten der Wälder und die wichtigen Funktionen. Zur Abwechslung kam erneut körperliche Anstrengung. Es ging darum, einen Baumstamm mithilfe eines Seils über eine Strecke von ca. 5 m zu ziehen. Beim Erreichen der Markierung mussten wir die Ziehrichtung wechseln und es ging zurück. Da waren wir verdammt schnell.
Ein Befragen unseres Bauches und ein Blick auf die Uhr zeigte uns die Pausenzeit an. Wir ließen uns auf einem Stammstapel nieder und holten unsere Brotzeit aus den Rucksäcken. Die körperliche Betätigung und die viele frische und gesunde Luft machten uns sehr hungrig.
Die Rast dauerte nicht besonders lang, weil wir noch eine ziemliche Tour vor uns hatten.
Tannenzapfenzielwerfen war unsere nächste Disziplin. Auch hier waren wir gut, weil wir sie treffsicher in den Korb warfen. Danach gab es wieder Belehrungen und auch immer wieder Abfragerunden. Unser Pate schrieb immer mit, ob wir die Fragen richtig beantworten konnten. Gott sei Dank konnten wir uns bei den Gruppenbesprechungen auf die richtigen Antworten einigen.
Der nächste Arbeitsauftrag forderte von uns eine möglichst genau 1 kg schwere Scheibe mit einer Säge, die von 2 Schülern bedient wurde, vom Stamm zu schneiden. Sie reagierte nur auf Zug, wenn man schob und drückte, klemmte sie. Bei der Stammhälfte angekommen musste eine andere Zweiergruppe weiterarbeiten. Die Waage zeigte lediglich 10 g zu viel an, also eine Superleistung. Wir durften sie auch mit nach Hause mitnehmen. Sie schmückt jetzt unser Klassenzimmer und erinnert uns an dieses Waldevent. Kurz vor der Ankunft am Ziel mussten wir ein Gedicht über Tiere im Wald aufsagen. Zufällig hatten wir die Woche davor ein Gedicht lernen müssen, das inhaltlich passte. So ein Glück, dass wir es auch alle konnten.
Wir bedankten uns bei unserem Forstpaten für den ereignisreichen Vormittag, der uns viel Freude bereitete mit unserer „Dankerakete“. Learning by doing sollte öfter angeboten werden, weil es so noch mehr Spaß macht. Pate Bernd war auch ein so toller Pate und „Lehrer“, dass wir sogar den zweiten Platz erzielten, was wir jetzt nachträglich erfuhren. Wir freuen uns, weil wir nächste Woche zur Siegerehrung anreisen dürfen.